Weltmächte
Teures Öl füllt Russlands Kasse: Steuerpreis 60 Prozent über Plan
Der hohe Ölpreis spült Russland deutlich mehr Geld in den Haushalt als geplant. Der Preis, nach dem Moskau seine Ölsteuern berechnet, liegt im Oktober rund 60 Prozent über dem Wert im Budget.
Was an der Tankstelle wehtut, hilft dem Kreml. Weil Öl wegen des Krieges im Nahen Osten seit Wochen mehr als 100 Dollar pro Barrel kostet, nimmt Russland deutlich mehr Steuern aus dem Ölgeschäft ein als geplant.
Die Zahlen
Russland berechnet seine Ölsteuern nach einem eigenen Preis für die Sorte Urals, umgerechnet in Rubel. In den ersten drei Oktoberwochen lag dieser Preis laut Berechnungen der Nachrichtenagentur Reuters bei 8.699 Rubel pro Barrel, rund 103 Dollar. Das sind etwa 11 Prozent mehr als im September.
Im Haushalt für 2026 hatte das Finanzministerium nur mit 59 Dollar pro Barrel gerechnet. Der tatsächliche Steuerpreis liegt im Oktober damit rund 60 Prozent über dem Plan. Bleiben Ölpreis und Rubel bis Monatsende stabil, wäre es laut Reuters der höchste Monatswert seit März 2022.
Warum das wichtig ist
Russlands Staatshaushalt ist wegen der Kriegskosten in der Ukraine stark angespannt. Für 2026 erwartet die Regierung ein Defizit von 3 Prozent der Wirtschaftsleistung, fast doppelt so viel wie ursprünglich geplant. Dieses Jahr wurden bereits Steuern erhöht. Die zusätzlichen Öleinnahmen verschaffen Moskau nun Luft.
Was heißt das für dich?
Sanktionen wirken vor allem dann, wenn der Ölpreis niedrig ist. Steigt er, verdient Russland trotz Preisabschlägen gut. Für Anleger heißt das: Ein schnelles Ende des Krieges in der Ukraine durch wirtschaftlichen Druck wird unwahrscheinlicher, solange Öl so teuer bleibt. Das wiederum stützt die Nachfrage nach Rüstungsaktien in Europa, deren Kurse bei Friedensnachrichten oft stark schwanken.
Unsere Einschätzung
Der Ölpreis ist derzeit Russlands wichtigster Verbündeter. Entscheidend für die nächsten Monate ist deshalb weniger das nächste Sanktionspaket als die Lage im Nahen Osten.
Quellen
Keine Anlageberatung und keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Diese Meldung fasst Originalquellen zusammen und wurde KI-unterstützt erstellt.