Altersvorsorge
Altersvorsorgedepot 2027: Zulage, Haken und für wen es sich lohnt
Ab 1. Januar 2027 ersetzt das Altersvorsorgedepot die Riester-Rente. Bis zu 540 € Zulage im Jahr, ETFs, Kostendeckel. Mit Rechenbeispiel und Checkliste.

Kurz gesagt: Das Altersvorsorgedepot startet am 1. Januar 2027 und ersetzt die Riester-Rente. Du sparst in ETFs fürs Alter, der Staat zahlt bis zu 540 Euro Zulage im Jahr, für Kinder bis zu 300 Euro extra. Der Haken: Das Geld ist bis mindestens 65 gebunden, und in der Rente wird alles mit deinem persönlichen Steuersatz versteuert. Für Eltern, kleine Budgets und junge Sparer lohnt es sich fast immer.
Direkt ausrechnen: Wie viel Zulage du bekommst, zeigt unser Altersvorsorgedepot-Rechner.
Was ist das Altersvorsorgedepot?
Ein Depot, in dem du fürs Alter sparst und der Staat etwas dazulegt. Mitmachen dürfen alle, die bisher Riester-berechtigt waren, also etwa Angestellte und Beamte, und neu auch viele Selbstständige.
Es gibt drei Varianten:
| Variante | Für wen | Kosten |
|---|---|---|
| Standarddepot | Wer sich um nichts kümmern will. Der Anbieter legt an und schichtet vor der Rente schrittweise um. | gesetzlich gedeckelt auf max. 1 % pro Jahr |
| Frei gewähltes Depot | Wer seine ETFs selbst auswählen will | kein Deckel, Wettbewerb |
| Garantieprodukt | Wer 80 oder 100 % der Einzahlungen garantiert haben will | Garantie kostet oft viel Rendite |
Erlaubt sind ETFs und Fonds bis Risikoklasse 5, etwa ein breiter Welt-ETF. Einzelaktien, Krypto und Hebelprodukte sind ausgeschlossen.
Die Zulage: So viel gibt der Staat
| Eigener Beitrag pro Jahr | Zulage | Plus |
|---|---|---|
| 360 € (30 € im Monat) | 180 € | 50 % |
| 1.800 € (150 € im Monat) | 540 € | 30 % |
| 1.800 € mit 2 Kindern | 1.140 € | 63 % |
- Pro Kind gibt es bis zu 300 Euro im Jahr, Euro für Euro. Mit 25 Euro im Monat ist die volle Kinderzulage für ein Kind erreicht.
- Wer beim Abschluss unter 25 ist, bekommt einmalig 200 Euro Bonus.
- Mindestbeitrag sind 120 Euro im Jahr, einzahlen darfst du bis 6.840 Euro, gefördert werden die ersten 1.800 Euro.
- Das Finanzamt prüft automatisch, ob ein Steuerabzug mehr bringt als die Zulage.
Die zwei Haken
1. Das Geld ist gebunden. Ausgezahlt wird frühestens mit 65, spätestens mit 70, als Auszahlplan bis mindestens 85 oder als lebenslange Rente. Wer vorher auflöst, verliert alle Zulagen und Steuervorteile.
2. Die Steuer kommt am Ende. Während der Ansparphase fallen keine Abgeltungsteuer und keine Vorabpauschale an. In der Rente wird der geförderte Teil aber komplett mit dem persönlichen Steuersatz versteuert: Einzahlungen, Zulagen und Gewinne.
Rechenbeispiel: Lena gegen Tom
Beide sind 30, beide sparen 35 Jahre lang 150 Euro im Monat im selben Welt-ETF, Modellrendite 6 Prozent pro Jahr. Lena nutzt das Altersvorsorgedepot, Tom ein normales Depot.
| Tom (normales Depot) | Lena (Altersvorsorgedepot) | |
|---|---|---|
| Eigenes Geld | 63.000 € | 63.000 € |
| Zulagen | 0 € | knapp 19.000 € |
| Depot mit 65 | rund 213.000 € | rund 276.000 € |
| Steuer | rund 28.000 € (Abgeltungsteuer auf Gewinne) | persönlicher Satz, hier 25 % |
| Bleibt nach Steuern | rund 185.000 € | rund 207.000 € |
Lena liegt rund 22.000 Euro vorne, selbst bei 30 Prozent Steuer in der Rente noch knapp. Tom hat dafür einen Vorteil: Er kommt jederzeit an sein Geld. Mit zwei Kindern wächst Lenas Depot im Beispiel auf rund 347.000 Euro.
Für wen lohnt es sich?
- Eltern: fast immer, wegen der Kinderzulage.
- Kleine Budgets: sehr, auf die ersten 30 Euro im Monat gibt es 50 Prozent.
- Unter 25: Bonus plus viel Zeit für den Zinseszins.
- Gutverdiener: nachrechnen, der Steuerabzug hilft, aber die Rente wird später oft höher besteuert.
- Eher nicht: wer noch keinen Notgroschen hat. Geld, das du vor 65 brauchen könntest, gehört ins normale Depot.
Ich habe schon einen Riester-Vertrag
Ruhe bewahren: Der Vertrag läuft mit Bestandsschutz weiter. Du kannst ihn weiterlaufen lassen, per Erklärung in die neue Förderung wechseln oder dein Erspartes in ein Altersvorsorgedepot übertragen, ohne bisherige Zulagen zurückzuzahlen. Frag vorher nach Wechselkosten. Nicht vorschnell kündigen, sonst sind die Zulagen weg. Beitragsfrei stellen geht auch.
Checkliste: 5 Dinge vor dem Abschluss
- Kosten: Bei 150 Euro im Monat über 40 Jahre macht 1 Prozentpunkt Kosten über 50.000 Euro Unterschied aus.
- ETF-Auswahl: Ist ein breiter, günstiger ETF im Angebot?
- Lockangebote: „0 Kosten“ gilt manchmal nur für drei oder fünf Jahre.
- Wechsel: Nach fünf Jahren ist ein kostenloser Anbieterwechsel möglich.
- Keine Eile: Die Förderung für 2027 gibt es laut Stiftung Warentest auch bei einem Einstieg im Dezember 2027. Erste Tests abwarten und vergleichen.
Angekündigt haben unter anderem Trade Republic, Scalable Capital, Deka, DWS, Union Investment, flatex und Smartbroker (Stand Oktober 2026, kein Ranking). Einen unabhängigen Vergleich der Angebote veröffentlichen wir, sobald die Konditionen feststehen. Wie ETFs funktionieren, erklärt Was ist ein ETF?.
Häufige Fragen
Ab wann gibt es das Altersvorsorgedepot?
Ab dem 1. Januar 2027. Bundestag und Bundesrat haben zugestimmt. Ab dann werden keine neuen Riester-Verträge mehr abgeschlossen.
Wie hoch ist die Zulage?
50 Cent pro eingezahltem Euro auf die ersten 360 Euro im Jahr und 25 Cent pro Euro auf alles darüber bis 1.800 Euro. Zusammen bis zu 540 Euro im Jahr. Pro Kind kommen bis zu 300 Euro dazu, unter 25-Jährige erhalten einmalig 200 Euro Bonus.
Kann ich vor der Rente an mein Geld?
Ja, aber dann sind alle Zulagen und Steuervorteile weg. Ausgezahlt wird regulär frühestens ab 65 und spätestens ab 70.
Was passiert mit meinem Riester-Vertrag?
Er läuft mit Bestandsschutz weiter. Du kannst ihn weiterlaufen lassen, in die neue Förderung wechseln oder dein Erspartes in ein Altersvorsorgedepot übertragen. Vorschnell kündigen solltest du nicht, sonst sind die Zulagen weg.
Muss ich im Januar sofort abschließen?
Nein. Laut Stiftung Warentest gibt es die Förderung für 2027 auch bei einem Einstieg im Dezember 2027.
Quellen und Stand
Keine Anlageberatung. Dieser Artikel dient der Information und Einordnung. Geldanlage ist mit Risiken verbunden, bis hin zum Totalverlust. Vergangene Renditen sind keine Garantie für die Zukunft. Rechenbeispiele sind Modellrechnungen, keine Prognosen. Der Artikel wurde KI-unterstützt erstellt und redaktionell geprüft. Bilder sind KI-generiert.