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Grundlagen

Was ist ein ETF? Einfach erklärt, mit Beispielrechnung

Ein ETF ist ein börsengehandelter Fonds, der einen Index wie den MSCI World nachbildet. So funktioniert er, das kostet er, und hier ist der Haken.

Tickerhaus-Redaktion · Zuletzt geprüft am 23. Oktober 2026 · 8 Min. Lesezeit

Handelssaal einer Börse mit großer Kurstafel (KI-generiertes Bild)

Zum Thema gibt es auch ein Video mit Richard Hauser: „Was ist eigentlich ein ETF?“ (bald auf YouTube).

Kurz gesagt: Ein ETF ist ein Korb mit Hunderten oder Tausenden Aktien, den du mit einem einzigen Kauf an der Börse bekommst. Er bildet einen Index wie den MSCI World oder den S&P 500 nach, kostet meist unter 0,25 Prozent im Jahr und lässt sich schon ab 1 Euro im Monat besparen. Vor Kursverlusten schützt er nicht.

Was ist ein ETF?

ETF steht für Exchange Traded Fund, auf Deutsch börsengehandelter Fonds. „Fund“ heißt: ein Topf, in den viele Anleger einzahlen. „Exchange Traded“ heißt: Du kannst ihn wie eine Aktie jeden Börsentag kaufen und verkaufen.

Kaufst du eine einzelne Aktie, zum Beispiel Apple, gehört dir ein winziges Stück von genau einer Firma. Ein ETF dagegen ist ein Korb. Darin liegen nicht eine, sondern Hunderte Firmen gleichzeitig, etwa Nvidia, Apple, Microsoft, Amazon und Alphabet.

Wer entscheidet, was im Korb liegt?

Niemand, und genau das ist der Trick. Ein ETF bildet einen Index nach, also eine Liste mit festen Regeln.

Index Was drin ist Firmen (ca.)
S&P 500 Die 500 größten börsennotierten Firmen der USA 500
MSCI World Große und mittlere Firmen aus 23 Industrieländern rund 1.250
FTSE All-World Industrie- und Schwellenländer rund 3.800
DAX Die 40 größten Firmen Deutschlands 40

Wer groß genug ist, kommt rein. Wer schrumpft, fliegt raus. Der ETF kauft automatisch, was auf der Liste steht.

Warum schlägt ein ETF so oft die Profis?

2007 wettete Warren Buffett eine Million Dollar, dass ein simpler S&P-500-Indexfonds über zehn Jahre besser abschneidet als eine Auswahl von Hedgefonds. Ende 2017 stand fest: Der Indexfonds hatte rund 125,8 Prozent gemacht, der beste Hedgefonds-Korb 87,7 Prozent, der schlechteste 2,4 Prozent. Das Preisgeld ging an eine Mädchenhilfe-Organisation in Omaha.

Der Grund sind vor allem die Kosten. Aktive Fonds und Hedgefonds verlangen hohe Gebühren, und die fressen über die Jahre einen großen Teil der Rendite auf.

Die Kostenfalle: 0,07 gegen 1,8 Prozent

Zwei Sparpläne mit je 200 Euro im Monat, 30 Jahre lang, beide mit 7 Prozent Marktrendite pro Jahr. Einziger Unterschied sind die laufenden Kosten.

ETF (0,07 % pro Jahr) Bankfonds (1,8 % pro Jahr)
Eingezahlt 72.000 € 72.000 €
Endwert nach 30 Jahren rund 231.000 € rund 169.000 €

Das sind über 60.000 Euro Unterschied für dasselbe Marktrisiko. Probier es selbst mit unserem Sparplanrechner.

Zinseszins: Warum früh anfangen so viel bringt

Anna spart ab 25 jeden Monat 100 Euro, Ben fängt mit 35 an. Beide sparen bis 65, beide mit 7 Prozent Rendite pro Jahr.

  • Anna: rund 247.000 Euro, eingezahlt 48.000 Euro
  • Ben: rund 117.000 Euro, eingezahlt 36.000 Euro

Ben hat nur 12.000 Euro weniger eingezahlt, aber am Ende rund 130.000 Euro weniger. Das ist der Zinseszins: Deine Gewinne machen selbst wieder Gewinne.

Der Haken an ETFs

Der MSCI World ist nicht die Welt. Rund 73 Prozent stecken in US-Firmen. Nvidia allein wiegt darin mehr als alle deutschen Firmen zusammen.

Ein ETF schützt nicht vor Crashs. 2008 hat der S&P 500 rund 37 Prozent verloren. Wer damals panisch verkauft hat, hat seinen Verlust festgeschrieben. Wer durchgehalten hat, war einige Jahre später wieder im Plus.

Die gute Nachricht: Ein ETF ist rechtlich Sondervermögen. Geht die Fondsgesellschaft pleite, gehört das Fondsvermögen trotzdem den Anlegern.

Thesaurierend oder ausschüttend?

Viele Firmen zahlen Dividenden. Ein ausschüttender ETF (oft „Dist“ im Namen) überweist sie dir regelmäßig. Ein thesaurierender ETF („Acc“) legt sie automatisch wieder an. Für den langfristigen Vermögensaufbau nutzen viele thesaurierende ETFs, wer regelmäßige Einnahmen möchte, eher ausschüttende.

So findest du den richtigen ETF: die ISIN

Jeder ETF hat eine ISIN, eine weltweit eindeutige Kennung aus zwölf Zeichen, so etwas wie die IBAN für Wertpapiere. Gleicher Name heißt nicht gleicher Fonds. Gib beim Broker immer die ISIN ein und prüfe den Namen, bevor du kaufst.

Sparplan einrichten in 5 Schritten

  1. Depot bei einem Broker eröffnen und mit Ausweis verifizieren.
  2. In der Suche die ISIN des gewünschten ETFs eingeben.
  3. Name und Anbieter prüfen.
  4. „Sparplan“ wählen, Betrag und Rhythmus festlegen, zum Beispiel 50 Euro monatlich.
  5. Bestätigen und laufen lassen.

Ab dem 1. Januar 2027 kannst du ETFs auch im neuen Altersvorsorgedepot mit staatlicher Zulage besparen.

Tickerhaus VergleichDas passende Depot findenOrdergebühren, Sparpläne ab 1 Euro und Zinsen aufs Guthaben im Überblick.Zum Vergleich IN ARBEIT

Häufige Fragen

Was bedeutet ETF?

ETF steht für Exchange Traded Fund, also börsengehandelter Fonds. Er bildet einen Index nach und lässt sich wie eine Aktie jederzeit an der Börse kaufen und verkaufen.

Ist ein ETF sicher?

Ein ETF ist Sondervermögen. Geht der Anbieter pleite, gehört das Fondsvermögen weiter den Anlegern. Vor Kursverlusten schützt ein ETF aber nicht: 2008 hat der S&P 500 rund 37 Prozent verloren.

Ab wie viel Geld kann ich einen ETF besparen?

Bei vielen Online-Brokern sind ETF-Sparpläne ab 1 Euro im Monat möglich, oft ohne Ordergebühr.

Was kostet ein ETF?

Breite Index-ETFs kosten meist zwischen 0,03 und 0,25 Prozent im Jahr (TER). Klassische aktiv gemanagte Fonds liegen oft bei 1,5 bis 2 Prozent.

Quellen und Stand

Keine Anlageberatung. Dieser Artikel dient der Information und Einordnung. Geldanlage ist mit Risiken verbunden, bis hin zum Totalverlust. Vergangene Renditen sind keine Garantie für die Zukunft. Rechenbeispiele sind Modellrechnungen, keine Prognosen. Der Artikel wurde KI-unterstützt erstellt und redaktionell geprüft. Bilder sind KI-generiert.